www.aus-unserer-sicht-kongress.dePolitische Forderungen aus der Sicht von Menschen, denen sexuelle Gewalt in Kindheit oder Jugend angetan wurde (September 27, 2010)
Am 25. und 26.9.2010 fand in Berlin der bundesweite Kongress Aus unserer Sicht statt. Über hundert Menschen, denen sexuelle Gewalt in der Familie, im sozialen Nahraum oder in Institutionen angetan wurde, kamen zusammen, um die bisher in der gesellschaftlichen und politischen Debatte fehlende Perspektive der Betroffenen gemeinsam zu entwickeln. Am Kongress haben Frauen, Männer, Trans und Intersexuelle teilgenommen, die sich bereits in Netzwerken organisiert haben, und andere, die sich bisher allein mit ihren Gewalterfahrungen auseinandergesetzt haben. Sie fordern eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Strukturen, die sexualisierte Gewalt ermöglichen, umfassende Verbesserungen in den Bereichen: Unterstützungsangebote, Prävention, Intervention, Recht und der öffentlichen Wahrnehmung.
„Menschen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, verfügen über ein breites Wissen, z.B. über Täterstrategien, sexualisierte Gewalt begünstigende gesamtgesellschaftliche und institutionelle Strukturen, beeeinträchtigende Auswirkungen und Möglichkeiten der Bearbeitung. Wir fordern, dieses Expert_innenwissen in die Arbeit gegen sexualisierte Gewalt einzubeziehen,“ heißt es in dem Positionspapier, das auf dem Kongress erarbeitet wurde.
„Politik muss endlich mit den Betroffenen sprechen, statt über sie,“ fordern die Teilnehmer_innen.
Die bundesweite Vernetzung von Betroffenen sexualisierter Gewalt, die auf dem Kongress begonnen hat, soll ebenfalls fortgesetzt werden.
Das ausführliche Positionspapier mit zahreichen, detaillierten Forderungen wurde am 27.9.2010 in Berlin auf einer Pressekonferenz von Iris Hölling und Thomas Schlingmann vorgestellt. Es steht unter www.aus-unserer-sicht-kongress.de im HTML-Format und unter www.archive.org als PDF-Datei zur Verfügung.
„Wir erwarten, dass unsere Forderungen zeitnah umgesetzt werden.“